Zöliakie-Diagnose — was jetzt?

Tief durchatmen: Du bist nicht allein, und es wird leichter, versprochen. Hier findest du die ersten Schritte für dein glutenfreies Leben — einfach erklärt, ohne Fachchinesisch.

Zuerst das Wichtigste

Falls du noch mitten in der Abklärung bist: Iss bitte erst dann glutenfrei, wenn deine Ärztin die Diagnose gesichert hat. Wer vorher schon Gluten weglässt, verfälscht die Blutwerte und die Untersuchung — und muss später womöglich alles wiederholen. Steht die Diagnose fest, gilt: glutenfrei, ein Leben lang — und genau dabei helfen wir dir.

Die gute Nachricht zuerst: Das darfst du alles essen

Von Natur aus glutenfrei — ganz ohne Spezialprodukte — ist eine tröstlich lange Liste:

  • Kartoffeln, Reis und Mais
  • Hirse, Buchweizen, Quinoa und Amaranth
  • Alles Obst und Gemüse
  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Erbsen
  • Fleisch, Fisch und Eier (unpaniert und unmariniert)
  • Milch, Naturjoghurt und die meisten Käsesorten
  • Nüsse, Samen, Butter und Öle
  • Zucker, Honig, Marmelade und frische Kräuter

Eine ehrliche Hausmannskost aus frischen Zutaten ist also fast von selbst glutenfrei — Braten mit Kartoffeln und Gemüse zum Beispiel.

Hier versteckt sich Gluten

Gluten steckt in Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel (auch in Grieß, Couscous, Bulgur, Grünkern, Emmer und Einkorn). Hafer ist nur in Ordnung, wenn er ausdrücklich als „glutenfrei“ gekennzeichnet ist. Aufpassen musst du vor allem dort, wo man Gluten nicht vermutet:

  • Soßen und Suppen — oft mit Weizenmehl gebunden
  • Gewürzmischungen und Suppenwürfel
  • Sojasauce — wird meist aus Weizen gebraut
  • Bier — enthält Gerstenmalz
  • Paniertes und frittierte Speisen aus gemeinsamem Fett
  • Manche Wurstwaren, Süßigkeiten und Eissorten
  • Malzextrakt, zum Beispiel in Cornflakes
  • Manche Medikamente und Oblaten — in der Apotheke nachfragen

So erkennst du sichere Produkte beim Einkaufen

Die durchgestrichene Ähre ist das geschützte Zeichen der Zöliakie-Gesellschaften. Produkte mit diesem Symbol werden geprüft — hier kannst du bedenkenlos zugreifen.

Die Aufschrift „glutenfrei“ ist gesetzlich geregelt: Solche Produkte dürfen höchstens 20 mg Gluten pro Kilogramm enthalten — das ist die Menge, die die allermeisten Betroffenen gut vertragen.

Die Zutatenliste hilft dir: Glutenhaltige Getreide müssen in der EU immer hervorgehoben werden, meist fett gedruckt. Steht dort kein Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel oder Hafer, ist das Produkt in der Regel unbedenklich.

„Kann Spuren enthalten“ ist dagegen ein freiwilliger Hinweis der Hersteller. Viele Betroffene meiden solche Produkte lieber — wie streng du sein musst, besprichst du am besten mit deiner Ärztin oder einer Ernährungsberatung.

Du bist nicht allein: Anlaufstellen und Gruppen

Die Zöliakie-Gesellschaften begleiten Betroffene seit Jahrzehnten — mit geprüften Produktlisten, Beratung und regionalen Treffen. Eine Mitgliedschaft lohnt sich gerade am Anfang sehr:

Zum Austauschen im Alltag: Auf Facebook gibt es große, hilfsbereite deutschsprachige Zöliakie-Gruppen — dort bekommst du auf jede Frage schnell Antworten von Menschen, die dasselbe erleben.

Zöliakie-Gruppen auf Facebook finden

Beide Verweise öffnen sich in einem neuen Fenster.

Häufige Fragen kurz beantwortet

Was darf ich bei Zöliakie noch essen?
Sehr viel! Von Natur aus glutenfrei sind zum Beispiel Kartoffeln, Reis, Mais, Hirse, Buchweizen und Quinoa, außerdem alles Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, Fleisch, Fisch und Eier (unpaniert), Milch, Naturjoghurt und die meisten Käsesorten, Nüsse, Butter und Öle.
Wo versteckt sich Gluten?
Gluten steckt nicht nur in Brot und Nudeln: Auch Soßen und Suppen (mit Mehl gebunden), Gewürzmischungen, Suppenwürfel, Sojasauce, Bier, Paniertes, manche Wurstwaren und Süßigkeiten, Malzextrakt sowie manche Medikamente und Oblaten können Gluten enthalten.
Was bedeutet die durchgestrichene Ähre auf Verpackungen?
Die durchgestrichene Ähre ist das geschützte Symbol der Zöliakie-Gesellschaften. Produkte mit diesem Zeichen werden geprüft und sind verlässlich glutenfrei. Auch die Aufschrift „glutenfrei“ ist gesetzlich geregelt: Solche Produkte dürfen höchstens 20 mg Gluten pro Kilogramm enthalten.
Was bedeutet „Kann Spuren von Gluten enthalten“?
Dieser Hinweis ist freiwillig und bedeutet, dass das Produkt in einem Betrieb hergestellt wurde, in dem auch glutenhaltige Zutaten verarbeitet werden. Viele Menschen mit Zöliakie meiden solche Produkte. Besprich am besten mit deiner Ärztin oder Ernährungsberatung, wie streng du sein musst.

Und jetzt: Lass es dir wieder schmecken!

Bei uns findest du erprobte glutenfreie Lieblingsrezepte von Menschen, die genau wissen, wie es dir geht — kostenlos und ohne Anmeldung.

Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Diagnose, Beschwerden oder deiner Ernährung wende dich bitte an deine Ärztin, deinen Arzt oder eine Ernährungsberatung.